Der viersemestrige Masterstudiengang Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext, richtet sich an Tanzkünstler, Tanzvermittler und choreographisch-künstlerisch tätige Praktiker, die sich intensiv mit vielfältigen Vermittlungsebenen, -formaten und -inhalten auseinander setzen wollen und diese in Gruppenprozessen und im selbstständigen Forschen recherchieren, reflektieren, analysieren und anwenden wollen. Ziel ist es, die Studierenden dazu zu befähigen, eine reflektierende, differenzierte und kritische Denk- und Sichtweise auf das sich im ständigen Wandel befindliche Feld des zeitgenössischen Tanzes zu erlangen. Die Studierenden entwickeln Werkzeuge und Methoden, die für ihren Kontext und für ihre zukünftige Berufspraxis relevant sind. Sie erwerben im praktischen Umgang mit diesen Arbeitsweisen Know-how, das sie dazu befähigt, in verschiedensten Arbeitsfeldern als Spezialisten für Bewegungsrecherche, Training und Lehre zu agieren und ihre Vermittlungsarbeit fachlich kompetent und selbstmotiviert in verschiedensten Formaten der Präsentation zu vertreten. Die Ansiedlung des Studienganges am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz mit dem Bachelorstudiengang Tanz und dem Masterstudiengang Tanzwissenschaft gewährleistet eine Verzahnung praktischer wie theoretischer Inhalte und Formate. Es ist erwünscht, dass die Studierenden individuelle sowie kollektive Forschungsprojekte studiengangsübergreifend konzipieren und realisieren. Dies auch in Kooperation mit verschiedensten Institutionen und Theatern innerhalb des breiten Spektrums der Tanzlandschaft Nordrhein-Westfalen.
Der Masterstudiengang Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext wird als Vollzeitstudium angeboten. Die Lehrveranstaltungen werden größtenteils blockweise angeboten, was die Einbeziehung individueller, beruflicher Praxis ermöglicht. Ein Teil der Module werden als Wahlmodule angeboten. Englische und deutsche Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt.
1. Körperliche PraxisDie Studierenden nehmen an verschiedenen Formaten Zeitgenössischen Trainings teil. Dies beinhaltet diverse Tanztechniken, Somatische Praxis, Formen der Partnerarbeit, improvisatorische wie choreographische Verfahrensweisen. Die Studierenden werden durch anschließende Analyse motiviert, genannte Praktiken hinsichtlich ihrer grundlegenden Körperbilder und Denkansätze zu analysieren und durch individuelle Reflektion auf inhaltliche und gedankliche Schnittstellen und Hybriditäten hin zu untersuchen. Daneben werden Ansätze und Prinzipien aus verschiedenen Bereichen Somatischer Praktiken auf ihre Integration und Anwendbarkeit innerhalb von Tanztraining, Improvisation, Choreographie und Performance recherchiert. 2. Methodisch-didaktisch verschränktes ForschenDieses Modul thematisiert sowohl fachspezifische als auch grundsätzliche methodisch- didaktische Fragestellungen und untersucht Begrifflichkeiten wie z. B. Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition und reflektiert diese theoretisch wie praktisch. Studierende untersuchen unter Einbezug von Methoden und Ansätzen aus den Bereichen der Kommunikationswissenschaften und der Systemtheorie methodisch-didaktische Fragestellungen, Konzepte, Inhalte und Formate, evaluieren diese mittels diverser Medien und verfassen eigene Texte. 3. Selbstständiges ForschenWährend des gesamten Studiums arbeiten die Studierenden einzeln und in der Gruppe in selbstständigen und betreuten Forschungsprojekten, die individuelle Interessensfelder und Fragestellungen der Studierenden im Kontext von Vermittlungspraktiken thematisieren. Durch die Ansiedelung des Studienganges am Zentrum für zeitgenössischen Tanz parallel zum Bachelorstudiengang Tanz und dem Masterstudiengang Tanzwissenschaft wird im fortgeschrittenen Studienverlauf eine intensive studiengangsübergreifende Forschungsarbeit fokussiert, sowie eine praxisnahe Einbindung in vielfältige Vermittlungsformate außerhalb des Zentrums für zeitgenössischen Tanzes. 4. Künstlerische PraxisIn diesem Modul erlernen Studierende, theoretisch und praktisch, kompositorische, choreografische und dramaturgische Arbeitsweisen. Sie entwickeln eigene choreographische als auch performative Arbeitsweisen und reflektieren ihre Methoden, künstlerischen Ansätze und Ideen. Neben künstlerischen, dramaturgischen und vermittlerischen Fähigkeiten sollen dabei auch leitende sowie organisatorische Kompetenzen entwickelt werden. Weiterhin entwickeln die Studierenden Methoden des individuellen sowie kollektiven Feedbacks. Die Studierenden erarbeiten abschließend eigene künstlerische Werke, die dem Aspekt der Vermittlung Rechnung tragen, dokumentieren Probenverläufe und evaluieren ihre Projekte abschließend. Projekte werden durch Mentoren betreut. 5. Forschungs- und VermittlungsprojektDieses Modul bietet den Studierenden die Möglichkeit, über einen mehrwöchigen Zeitraum und in einem selbstständigen und frei gewählten Rahmen und Umfeld ihre vermittelnden und künstlerischen Fragestellungen praxisnah und in Vorbereitung auf die Masterarbeit vertiefend anzuwenden. Die Evaluation des Projektes wird begleitet durch individuelle Betreuung und Kolloquien. 6. PrüfungsmodulIn diesem abschließenden Modul wird die Masterarbeit geschrieben, sowie in einem weiteren frei wählbaren Format ( z. B. Lecture Performance, DVD, Bildband, etc.) präsentiert. 7. Tanz in SchulenDieses zweisemestrige Modul, das im 3. und 4. Semester blockweise in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln angeboten wird, ist in seiner Spezialisierung und Kooperation zweier Hochschulstudiengänge miteinander bisher einzigartig. Die Gruppe Studierender diese Moduls setzt sich aus Masterstudierenden der Studiengänge Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext und V.I.E.W. der Deutschen Sporthochschule Köln sowie einer Gruppe Externer, bereits in allgemeinbildenden Schulen in Tanzprojekten tätiger, zusammen und bietet somit eine weitere Möglichkeit für die Studierenden der vernetzenden, studiengangsübergreifenden Zusammenarbeit. Ziel ist das Bündeln und Vermitteln von Kontextwissen über die „Systeme“ Tanz und Schule als wichtige Grundlage für das Gelingen von Unterricht und Kooperationen sowie die Erweiterung von Vermittlungskompetenz insbesondere in den Bereichen Choreographie, Konzeptentwicklung, Projektleitung, Netzwerkarbeit, Kommunikation und Reflektion in allgemeinbildenden Schulen. 8.Transkulturelle Praxis im öffentlichen RaumDieses Modul fokussiert den Umgang mit interkulturellen und den damit einhergehenden transkulturellen Ansätzen als Ausgangspunkt für das Realisieren künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum. Studierende untersuchen politische, soziale und ästhetische Spannungsfelder unterschiedlicher, konkreter Orte innerhalb des öffentlichen Raumes. Sie entwickeln theoretische, kommunikative, organisatorische und künstlerische Kompetenzen, die sie dazu befähigen, dialogisch und im Team, Projekte mit zu konzipieren, die den spezifischen Anforderungen eines Umgehens mit „eigener“ und „anderer“ Kultur im Kontext von globalisierten Kulturräumen Rechnung tragen. |