FORSCHUNGSPROJEKTE

 

Forschungsprojekt: Kulturelle Bildungsforschung im Tanz

Kulturelle Bildung ist mehr denn je in aller Munde! Tanz wird hierbei eine besondere Rolle zuteil, da diese künstlerische und ausgesprochen körperliche Praxis vielfältige und unkomplizierte Zugänge verspricht. So werden an zahlreichen Schulen und in außerschulischen Institutionen Tanzprojekte realisiert, denen eine grundsätzliche bildende Wirkung zugesprochen wird. Eine systematische Erforschung tänzerischer Praktiken als Faktor kultureller Bildung gibt es bisher allerdings nur in Ansätzen. Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt „KuBiTanz – Kulturelle Bildungsforschung im Tanz“ an.


Das Vorhaben wird gemeinsam von Prof. Dr. Yvonne Hardt (Hochschule für Musik und Tanz Köln), Prof. Dr. Nils Neuber (Westfälischen Wilhelms-Universität Münster), Dr. Claudia Steinberg (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) sowie Prof. Dr. Martin Stern (Philipps-Universität Marburg) durchgeführt.

Ziele des Projekts

Übergeordnetes Ziel des Verbundprojektes ist es, eine differenzierte Grundlage und methodische Basis für die Erforschung von Tanzvermittlungskonstellationen sowie Instrumente zur Erfassung der Wirkung kultureller Bildungsdimensionen zu entwickeln.


Davon ausgehend, dass es nicht „ein“ Verständnis von Tanz geben kann, sondern Ziele, Inhalte und Vermittlungsmethoden tänzerischer Praktiken sich grundlegend unterscheiden, kann dementsprechend nicht per se von „der“ Bildungsrelevanz „des“ Tanzes ausgegangen werden. Bisherige Erhebungsmethoden kultureller Bildungsforschung werden dem heterogenen Bildungspotenzial des tänzerischen Feldes noch nicht gerecht. Daher wollen wir zunächst durch ethnografische Verfahren die komplexen Figurationen, die den Verständnisweisen und Praktiken tänzerischer Vermittlung zugrunde liegen, in ausgewählten Projekten und Ausbildungsinstitutionen praxeologisch erfassen und auswerten. Auf dieses Weise werden analytische Leitlinien entwickelt und modellhaft verdichtet. Das daraus entwickelte dynamische Analysemodell wird dann in den jeweiligen Teilprojekten dazu genutzt, domainspezifische Forschungsbögen und Instrumente zu entwickeln.


Das Kölner Teilprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Yvonne Hardt widmet sich zunächst federführend der Ausarbeitung dieses Modells. Darauf aufbauend wird in der zweiten Arbeitsphase ein Beobachtungsleitfaden entwickelt als ein aus der Praxis gewonnenes und anwendungsbezogenes Handwerkszeug zur Erforschung von Tanzvermittlungssituationen mit Blick auf ihre Bildungswirksamkeit. Damit möchten wir eine Blickschulung für Forschende leisten, die ergänzt wird durch die Erstellung eines Manuals, das die Anwendung des Leitfadens an exemplarische Fallanalysen aus unterschiedlichen Kontexten und in Bezug auf divergierende Forschungsinteresse vorstellt.
Durch die Verzahnung von tanzwissenschaftlichen, tanzpädagogischen, körper- und bildungssoziologischen sowie sportdidaktischen Perspektiven kann der künstlerische Gegenstand „Tanz“ in seiner kulturellen und verfahrenstechnischen Diversität, in seinen körperlich-sinnlich-sozialen Dimensionen und im Kontext der didaktisch-methodischen Verfahren betrachtet werden. Diese vielfältige Verschränkung zielt darauf, das „Was“ der kulturellen Bildung im Tanz gerade nicht losgelöst, sondern im wechselseitig sich konstituierenden Bezug zum „Wie“ der Praktiken zu untersuchen.

Projektteam:

KubiTanz – Kulturelle Bildungsforschung im Tanz. Entwicklung eines domainspezifischen Analysemodells sowie domainspezifischer Erhebungsmetoden
Teilprojekt II: Kulturelle Bildungsforschung im Tanz – Analysemodell und Beobachtungsbogen
Projektleitung

Prof. Dr. Yvonne Hardt

Telefon: +49 221 28380-388
E-Mail: Yvonne.Hardt(at)hfmt-koeln(dot)de
 
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts
Miriam Leysner, M.A.
Telefon: +49 221 28380-389
E-Mail: Miriam.Leysner(at)hfmt-koeln(dot)de
Miriam Leysner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, wo sie vor einigen Jahren bereits das Studium der Tanzwissenschaft absolviert hat. Sie verfügt über langjährige Berufserfahrungen in der Tanzvermittlung, hat zahlreiche Tanzprojekte an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen durchgeführt und gibt Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte. Zuletzt hat sie als Tanzwissenschaftlerin die Ausstellung Pina Bausch und das Tanztheater kuratiert, die 2016 in Bonn und Berlin gezeigt wurde. Im Rahmen des täglichen Ausstellungsprogramms hat sie dort neben zahlreichen Vorträgen und Führungen verschiedene Tanzvermittlungsformate für Schulklassen und Familien durchgeführt.

Wissenschaftliche Hilfskraft

Jana Winterhalter

Jana Winterhalter befindet sich im MA Tanzwissenschaft am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT). Mit ihrem Hintergund aus den Musik- und Theaterwisenschaften und ihrer mehrjähriger Erfahrung in verschiedenen Musik-, Tanz- und Theaterprojekten forscht sie im Studium und darüber hinaus theoretisch und praktisch mit einem interdisziplinären Ansatz. Im Forschungsprojekt "Kulturelle Bildungsforschung im Tanz" ist sie als wissenschaftliche Hilfskraft integriert.

 

 

Forschungsprojekt: „Theoretical Turn? Zur Institutionalisierung von Theorie(n) in der zeitgenössischen Tanzausbildung“

 

Laufzeit Oktober 2018-September 2021, Dr. Constanze Schellow, BMBF gefördert – Schwerpunkt „Kleine Fächer – Große Potenziale"

 

In der tanzwissenschaftlichen Forschung wird der zeitgenössische Tanz in Westeuropa seit den 1990er Jahren häufig über die Bezugnahme von Künstler*innen auf ‚theoretische’ (u.a. philosophische, politik- und kulturwissenschaftliche) Diskurse charakterisiert. Zeitgleich ist in tanzpraktischen Curricula ein Anstieg von als ‚theoretisch-reflexiv’ gerahmten Studienanteilen zu beobachten; diese finden neuerdings häufig eingebettet in oder in enger Anbindung an praktische Lehrformate statt. Beide Entwicklungen werden in Relation zueinander betrachtet.

 

Ziele des Projekts

 

Das am ZZT basierte 3-jährige tanzwissenschaftliche Forschungsprojekt (2018-2021) fragt nach der Funktion, den Konzepten und Praktiken von ‚Theorie‘-Lehre in der zeitgenössischen Tanzausbildung.
Dazu werden erstmals internationale Akteur*innen und Institutionen im Feld der ’Theorie‘-Lehre innerhalb von zeitgenössischen Tanzausbildungen miteinander vernetzt sowie die Entwicklungen schulinterner Lehrpläne, Studienprofile und Ausschreibungstexte über einen Zeitraum von 10 Jahren ausgewertet. Mit der Untersuchung und Analyse ausgewählter Ausbildungskontexte wird der in vielen Disziplinen mit wachsender Dringlichkeit adressierte Zusammenhang von Praxis und Wissen in eine konkrete Forschungsumgebung eingerückt. Die zu erwartenden Erkenntnisse sind interdisziplinär anschlussfähig.

 

 Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Kleine Fächer – Große Potenziale“ gefördert. Das zugleich grundlagenwissenschaftlich und anwendungsorientiert ausgerichtete Vorhaben untersucht künstlerisch-wissenschaftliche Lehr- und Lernsituationen in europäischen Studieninstitutionen: Partner sind neben dem ZZT die SNDO Amsterdam, DOCH Stockholm, HZT Berlin, Justus-Liebig Universität Giessen, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

 

Projektleitung

Dr. Constanze Schellow

E-Mail: constanze.schellow@hfmt-koeln.de

 

 

 

 

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