FORSCHUNGSPROJEKTE

 

„Theoretical Turn? Zur Institutionalisierung von Theorie(n) in der zeitgenössischen Tanzausbildung“

Laufzeit: Oktober 2018 bis September 2021
Jun.-Prof. Dr. Constanze Schellow
BMBF gefördert, Schwerpunkt: Kleine Fächer – Große Potenziale

 

Das am ZZT basierte 3-jährige tanzwissenschaftliche Forschungsprojekt fragt nach der Funktion, den Konzepten und Praktiken von „Theorie“-Lehre in der zeitgenössischen Tanzausbildung.

Das zugleich grundlagenwissenschaftlich und anwendungsorientiert ausgerichtete Vorhaben untersucht künstlerisch-wissenschaftliche Lehr- und Lernsituationen in europäischen Studieninstitutionen: Partner sind, neben dem ZZT, die SNDO Amsterdam, DOCH Stockholm, HZT Berlin, Justus-Liebig Universität Gießen, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

In der tanzwissenschaftlichen Forschung wird der zeitgenössische Tanz in Westeuropa seit den 1990er Jahren häufig über die Bezugnahme von Künstler*innen auf theoretische (u.a. philosophische, politik- und kulturwissenschaftliche) Diskurse charakterisiert. Zeitgleich ist in tanzpraktischen Curricula ein Anstieg von „theoretischreflexiv“ gerahmten Studienanteilen zu beobachten; diese finden neuerdings häufig eingebettet oder in enger Anbindung an praktische Lehrformate statt. Beide Entwicklungen werden in Relation zueinander betrachtet. Dazu werden erstmals internationale Akteur*innen und Institutionen im Feld der Theorielehre innerhalb von zeitgenössischen Tanzausbildungen miteinander vernetzt sowie die Entwicklungen schulinterner Lehrpläne, Studienprofile und Ausschreibungstexte über einen Zeitraum von 10 Jahren ausgewertet. Mit der Untersuchung und Analyse ausgewählter Ausbildungskontexte wird der in vielen Disziplinen mit wachsender Dringlichkeit adressierte Zusammenhang von Praxis und Wissenschaft in eine konkrete Forschungsumgebung eingerückt. Die zu erwartenden Erkenntnisse sind interdisziplinär anschlussfähig.

„Kulturelle Bildungsforschung im Tanz“

Laufzeit: November 2016 bis November 2019
Im Verbund mit Prof. Dr. Yvonne Hardt (Köln), Prof. Dr. Nils Neuber (Münster), Prof. Dr. Martin Stern (Marburg), Dr. Claudia Steinberg (Mainz)
BMBF gefördert, Schwerpunkt: Kulturelle Bildung

 

Dem Tanz wird in der kulturellen Bildung eine besondere Rolle zuteil. Seine künstlerische und ausgesprochen körperliche Praxis verspricht vielfältige und unkomplizierte Zugänge, sodass bereits an zahlreichen Schulen und in außerschulischen Institutionen Tanzprojekte realisiert werden. Eine systematische Erforschung tänzerischer Praktiken als Element kultureller Bildung gibt es bisher allerdings nur in Ansätzen.

Übergeordnetes Ziel des Verbundprojekts ist es, eine differenzierte Grundlage und methodische Basis für die Erforschung von Tanzvermittlungskonstellationen sowie Instrumente zur Erfassung der Wirkung kultureller Bildungsdimensionen zu entwickeln.

Davon ausgehend, dass es nicht „ein“ Verständnis von Tanz geben kann, sondern Ziele, Inhalte und Vermittlungsmethoden tänzerischer Praktiken sich grundlegend unterscheiden, kann nicht per se von „der“ Bildungsrelevanz „des“ Tanzes ausgegangen werden. Bisherige Erhebungsmethoden werden dem heterogenen Bildungspotenzial des tänzerischen Feldes nicht gerecht. Mittels ethnografischer Verfahren zur Erfassung und Auswertung tänzerischer Vermittlung in ausgewählten Projekten und Ausbildungsinstitutionen werden Leitlinien entwickelt und modellhaft verdichtet in einem dynamischen Analysemodell. In einer weiteren Arbeitsphase wird ein Beobachtungsleitfaden entwickelt als Handwerkszeug zur Erforschung von Tanzvermittlungssituationen mit Blick auf ihre Bildungswirksamkeit. Damit soll eine Blickschulung für Forschende geleistet werden, ergänzt durch die Erstellung eines Manuals.

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