RELAY - Thinking Artistic Material in
Music and Dance

 

Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 gewann das japanische Team unerwartet die Silbermedaille im Finale der 4x100-Meter-Staffel der Männer. Das Überraschende dabei war, dass alle Teammitglieder einzeln langsamer liefen als ihre Konkurrent*innen. Das Geheimnis ihres Erfolgs lag in der Optimierung der Übergabe des Staffelstabs von eine*r Läufer*in zur nächsten, wodurch sie in dem engen Rennen wertvolle Sekunden einsparten.

RELAY ist ein dreijähriges, von der EU finanziertes Forschungsprojekt, das durch das ERASMUS+-Programm "Cooperation Partnerships" unterstützt wird und sich auf die Entwicklung der künstlerischen und pädagogischen Bereiche Choreografie, Tanz und Musik konzentriert. Die oben erwähnte Geschichte kann als Analogie für das Ziel des Projekts gesehen werden: die Förderung der Zusammenarbeit, des Dazwischen und der Übergänge zwischen den kooperierenden Institutionen, den programmierten Veranstaltungen, den beteiligten Künstler*innen und dem Publikum, mit dem es in Kontakt kommt.

RELAY hat sich aus vier verschiedenen Kontexten entwickelt. Sie alle zielen auf nachhaltige Bedingungen für die Work-Life-Balance und die Langlebigkeit der Künstler*innen-Karriere ab, sowie auf ein gesteigertes Bewusstsein für lokale Kontexte und situiertes Wissen:

In künstlerischer Hinsicht entspringt es einer aktuellen Strömung im zeitgenössischen Tanz und in der Choreografie, die Bewegung als Methode nutzt, um den vermeintlichen Dualismus von Materiellem und Immateriellen zu untersuchen. Darüber hinaus erforscht das Projekt, inwiefern Tanz und Musik bei einer solchen Untersuchung als gemeinsame Basis und ‚Handwerkszeug‘ fungieren können.

In Bezug auf die Nachhaltigkeit geht das Projekt von der Tatsache aus, dass sowohl Tanz als auch Musik globale Phänomene sind und ihre Ausübenden bekanntermaßen häufig reisen. RELAY untersucht, wie es sich klimabewusst mit dem transnationalen und kulturübergreifenden Austausch arbeiten kann, der ein entscheidendes Element in der Entwicklung der beiden Kunstformen ist.

Der pädagogische Kontext des Projekts ergibt sich aus den innovativen Potenzialen, die Kunstausbildungen im Hinblick auf Lehr- und Lernumgebungen gewinnen, wenn diese einen Fokus auf die Beteiligung und den Input der Studierenden legen. Gleichzeitig wird untersucht, wie Prinzipien der Nachhaltigkeit im Bereich der künstlerischen Forschung, Lehre und Kunstproduktion gefunden und/oder angewendet werden können.

Last but not least: Eine Vielfalt der Perspektiven. Geografisch gesehen bringt RELAY Partner*innen aus Nord-, Mittel-, Ost- und Südeuropa zusammen, die über unterschiedliche Organisationsformen aufweisen (akademische Einrichtungen und unabhängigen Organisationen).

Kernstück des Projekts sind 1-2-wöchige Workshops mit Studierenden aus den Bereichen Choreographie, Tanz und Musik. In einigen Fällen werden auch jüngere Teilnehmende sowie professionelle Künstler*innen teilnehmen. Forschende aus den Partnereinrichtungen werden das Projekt begleiten und die Teilnehmenden anleiten. Aus den Erfahrungen werden Forschungsmaterialien entwickelt, die in öffentlichen Veranstaltungen wie Seminaren und Konferenzen vorgestellt werden. Neben den Lern-, Lehr- und Ausbildungsaktivitäten vor Ort, finden drei Multiplikatorveranstaltungen stattfinden: zwei Symposien in Köln und Montepulciano sowie eine Konferenz in Aarhus im Zusammenhang mit der IETM-Jahrestagung.

Zwei greifbare Projektergebnisse werden während der Laufzeit des Projekts entwickelt:

1. Ein RELAY ARTicle über den Prozess, einschließlich der Herausforderungen und Erkenntnisse, die als relevant für den Bereich der künstlerischen Lehre, der innovativen Bildung im Allgemeinen und der künstlerischen Forschung angesehen werden.

2. Ein RELAY ARTwork: Dokumentation eines sich kontinuierlich entwickelnden und entwickelten künstlerischen Materials, das während der gesamten Projektlaufzeit von Person zu Person weitergereicht wird.

 

Fakten und Zahlen:

Partnerländer: Dänemark, Griechenland, Deutschland, Rumänien

Partnerinstitutionen:

The Danish National School of Performing Arts

Sikinnis

Hochschule für Musik und Tanz Köln

Nationale Universität für Musik Bukarest - Zentrum für elektroakustische Musik und Multimedia

The National Dance Center Bucharest

The National University of Theater and Film, Romania, Rumänien

 

Projektzeitraum: November 2021 - November 2024

 

Projektdaten:

Februar 2022, Opening (LTT1), Köln

Mai 2022, "Form and Content" (LTT2), Kopenhagen

September 2022, "Erforschung der Erzeugung und Übertragung von künstlerischem Material durch Bewegung und Klang" (LTT3), Bukarest

April 2023, (LTT 4 + Symposium):  "Inhalt/Relais/Form", Köln

Juni 2023, "Sharing: Project results" IETM-Jahrestagung 2023/ Konferenz, Aarhus

September 2023, "Being (in) a fortress" (LTT5), Kreta

Mai 2024, Symposium, Montepulciano