MAI 2019

 

Open Space

Open Space ist ein monatliches Format für Studierende am ZZT, in Eigenregie kleinere eigene Arbeiten, erste Ansätze und Recherchen zu zeigen: Performances, Work-in-Progress, Werkschauen, Sharings, Vorträge, Diskussionen, Ausschnitte, Konzepte werden vorgestellt.

Die einzelnen Programmpunkte ergeben sich aus den Anfragen der teilnehmenden Studierenden und können zwischen 5-45 Minuten lang sein. Der Open Space dient dazu, Arbeitsansätze, Ideen und Probenergebnisse zu zeigen, zu kommunizieren und zu diskutieren.

DO 16|05|19 · 18.00 Uhr

Ort

Zentrum für Zeitgenössischen Tanz ·
 Turmstrasse 3-5 ·
 50733 Köln

Die Unmöglichkeit des Indischen Klassischen Tanzes – Vortrag von Prof. Dr. Anurima Banerji

Klassischer Tanz ist eine bedeutsame Trope und zugleich Symbol der Identität des Indischen Staates und seiner Diaspora. In meinem Vortrag untersuche ich die ästhetische und politische Herausbildung der Kategorie des „Indischen Klassischen Tanzes” und nehme eine Verortung seiner diskursiven Entwicklung und umstrittenen Karriere im Verlaufe des vergangenen Jahrhunderts vor. Die historische Einschätzung des Begriffes lässt vermuten, dass Indischer Klassischer Tanz keine ontologische, sondern eine ideologische Kategorie darstellt, welche durch die Begegnung mit westlichen Modellen des „Klassizismus” geprägt wurde. Nach der Skizzierung einer provisorischen Definition und Charakteristik des Klassischen Tanzes, wie er heutzutage in Indien existiert, wird die Aufgabe in der kritischen Demontage des Begriffs hinsichtlich seiner performativen Logik liegen, Unter Berücksichtigung, dass die Kategorie des Indischen Klassischen Tanzes so umfassend verwendet wird, untersuche ich die mit ihr verbundenen diversen Ebenen von Historien und Praktiken, und behaupte deren Unmöglichkeit. Denn im Anschluss an diese genaue Überprüfung aller Bestandteile der Begrifflichkeiten, argumentiere ich, dass es keinen Indischen Klassischen Tanz gibt – das Genre ist nicht ganz sicher nicht „indisch”, sondern „regional und transnational”; nicht „klassisch”, sondern ein Zusammenfluss von populären, ethnischen, rituellen und höfischen Traditionen; zudem gehört nicht ausschließlich „Tanz” dazu, sondern es ist eine Form von interdisziplinärer Performance. Abschließend möchte ich die Theorie der „intermediary incorporation” anbieten, um zu erklären, wie Performer die hybriden Strukturen des Indischen Klassischen Tanzes körperlich verhandeln und ihre Praktiken entgegen der Rhetorik mobilisieren, um die Widersprüche, die letztlich die klassische Taxonomie destabilisieren, aufzudecken.

Anurima Banerji ist Assistant Professor am UCLA Department of World Arts and Culture/Dance. Sie ist ausgebildete Odissi-Tänzerin, hat einen BA Abschluss in Anglistik und einen MA Abschluss in Kommunikationswissenschaften (MCGill Universität), zudem einen MA bzw. PhD Abschluss in Performancewissenschaften (Universität von New York, NYU). Als Autorin hat sie die Monographie Dancing Odissi: Paratopic Performances of Gender and State (Seagull Books/University of Chicago Press, 2019) publiziert. Zusammen mit Violaine Roussel ist sie Co-Herausgeberin des Bandes How to do Politics with Art (Routledge, 2016). Sie hat zudem in diversen Fachzeitschriften u.a.. About Performance, EPW, Women and Performance, und den Sammelbänden The Oxford Handbook of Dance and Reenactment, The Moving Space: Women and Dance in India, and Planes of Composition: Dance, Theory, and the Global veröffentlicht. Unterstützung und Anerkennung für ihre Forschung erhielt sie u.a. seitens der American Association of University Women, dem Congress of Research in Dance, der Hellman Foundation, und der Society of Dance history Scholars. Kürzlich war sie Kollegiatin am Jawaharlal Nehru Institute for Advanced Study in Neu Delhi, Indien, und am Internationalen Forschungskolleg Verflechtungen der Theaterkulturen der Freien Universität Berlin.

 

MO 27|05|19 · 19.00 Uhr

Ort

Kammermusiksaal der HfMT Köln ·
 Unter Krahnenbäumen 87 ·
 50668 Köln

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